Bauer der Woche: Clemens Lackner • NEUES LAND

2022-05-29 02:19:29 By : Ms. Emma Liao

Es ist kurz vor 14 Uhr und der Parkplatz beim Hofladen der Familie Lackner in Söding füllt sich bereits. Der Hofladen hat von Montag bis Freitag jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Die ersten Kunden stehen schon vor der Tür und freuen sich auf ihren Einkauf. Denn im Webermichl-Hofladen gibt es besondere Produkte zu kaufen, die sich durch ihre Vielfalt auszeichnen. Für die Betreuung und den Verkauf ist Jungbauer Clemens Lackner verantwortlich. Der HAK-Absolvent freut sich über seine Tätigkeit und erklärt: „Ich arbeite unglaublich gerne mit Menschen und freue mich über jeden Besucher.“

Seit rund einem Jahr führt er mit der Unterstützung von Vater Wilfried den Betrieb. „Eigentlich wollte ich nach der Schule noch einige Jahre im Bereich Marketing arbeiten. Doch durch einen schweren Schicksalsschlag habe ich meine Mutter verloren und bin somit sofort in den Betrieb eingestiegen“, so der innovative Landwirt. Die Ausbildung zum landwirtschaftlichen Facharbeiter folgte.

Derzeit werden rund 24 Hektar Acker (Eigen- und Pachtgrund) bewirtschaftet, auf denen 15 verschiedene Kulturarten angebaut werden. Die Kulturartenverteilung reicht vom Steirischen Ölkürbis als Hauptfrucht über Durumweizen, Speiseroggen, Nackthafer, Mohn, Raps, Ackerbohne. Soja, Tigererbsen für die Fischfuttererzeugung, Kichererbsen bis hin zur Käferbohne mit Mais als Stützfrucht. „Bei uns am Hof stehen Kulturarten im Mittelpunkt, die wir gut direkt vermarkten können. Wir produzieren keine Marktfrüchte“, so der umtriebige Bauer.

Auch auf die Bodengesundheit legt die Familie Lackner großen Wert. So wird etwa Grünschnittroggen als Begrünung und spätere Düngung angesät und Clemens Lackner nimmt auch am Projekt Humusaufbau der Ökoregion Kaindorf teil. „Wir wollen den Pflanzenschutz und die Düngung auf ein Mindestmaß reduzieren und im Gleichklang mit der Natur arbeiten“, erklärt der junge Weststeirer.

Bei Clemens Lackner steht die Vermarktung von Naturölen im Mittelpunkt der Arbeit. Neben dem steirischen Kürbiskernöl als Hauptprodukt werden auch Rapsöl, Leinöl, Hanfsamenöl, Sesamöl, Leindotteröl, Mohn- und Sonnenblumenöl sowie Walnussöl angeboten. „Unsere Samen und Kerne werden nach der Ernte getrocknet und gereinigt. Das Kernöl lassen wir im Lohnverfahren pressen, für alle anderen Öle hat mein Vater bereits vor Jahren eine eigene Ölpresse angekauft. Dazu hat er ein eigenes Gewerbe angemeldet“, so der Direktvermarkter. Die kaltgepressten Öle werden je nach Bedarf hergestellt und abgefüllt. Auch das Nebenprodukt Ölkuchen findet bei den Konsumenten immer größeren Anklang. „Von vier Ölsorten verarbeiten wir diesen zu Mehlen, die sehr beliebt sind. Denn gerade bei einer kohlehydratreduzierten Ernährung spielen diese Produkte eine wichtige Rolle“, so der Junglandwirt.

Die Vermarktung erfolgt über den eigenen Hofladen, einem online-shop sowie über verschiedene Partnerbetriebe in der Region und die Gastronomie. Einzig und alleine einen Selbstbedienungsautomat hat die Familie Lackner nicht aufgestellt. Clemens dazu: „Unsere Produkte sind sehr beratungsintensiv, wir wollen den Kunden viel dazu erklären. Das wäre über einen Automaten nicht möglich.“

Dass man am Hof der Familie Lackner am richtigen Weg ist, zeigen die vielen Auszeichnungen. Mit dem Sonnenblumenöl konnte bei der AB-HOF-Messe in Wieselburg der Ölkaiser gewonnen werden.

Als Wirtschaftsredakteur beschäftigt sich Karlheinz Lind mit verschiedensten Themen rund um die steirische Land- und Forstwirtschaft. Der HBLA Raumberg-Absolvent führt gemeinsam mit seiner Familie einen Mutterkuhhaltungsbetrieb mit angeschlossener Forstwirtschaft in der Weststeiermark.

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