Ist Kaffee gut oder schlecht für deinen Körper und die Umwelt?

2022-05-29 02:25:40 By : Ms. Linda Huang

1. Februar 2022 von Techniker Krankenkasse Kategorien: Gesundheit

Kaffee ist das mit Abstand beliebteste Heißgetränk Deutschlands. Für die meisten Deutschen gehört er als kleine Auszeit dazu. Dennoch wird häufig diskutiert, ob Kaffee nun gut oder schlecht ist. Wir schauen uns das beliebte Heißgetränk einmal genauer an.

Kaffee ist das mit Abstand beliebteste Heißgetränk Deutschlands.  Rund drei Viertel der Deutschen konsumieren täglich ihre Dosis Koffein aus der Tasse. Als Wachmacher am Morgen, gegen das Tief am frühen Nachmittag oder als kleine Auszeit zwischendurch, Kaffee gehört zu unserem Alltag einfach dazu. Dennoch wird häufig diskutiert, ob Kaffee nun gut oder schlecht ist, ein Genussmittel oder eher notwendiges Übel, um nach dem Aufstehen in Schwung zu kommen. Im Fokus solcher Überlegungen stehen häufig gesundheitliche Aspekte, etwa ob ein Zuviel an Kaffee Herzrasen und Bluthochdruck verursacht.

Die Frage, ob Kaffee gut oder schlecht ist, lässt sich aber nicht so einfach beantworten. Denn hinter „gutem“ Kaffee steckt nicht nur die pro Tag getrunkene Menge und ihre Wirkung auf die Gesundheit. Sondern auch die Herkunft der Bohnen. Unter konventionellen Bedingungen produzierte Kaffeebohnen sind wenig nachhaltig. Umweltschädliche Anbaumethoden, miese Arbeitsbedingungen auf den Plantagen und lange Transportwege machen auch die gesunde Tasse Heißgetränk zu schlechtem Kaffee. Was keinesfalls bedeuten soll, dass zukünftig auf den schwarzen Muntermacher verzichtet werden sollte – nur darauf geachtet, was in Tasse und Thermobecher landet.

Rund 164 Liter der schwarzen Flüssigkeit trinkt jeder Deutsche pro Jahr. Am häufigsten wird dabei nach wie vor Filterkaffee aus bereits gemahlen Bohnen konsumiert. Kaffeevollautomaten, die ganze Bohnen frisch mahlen und aufbrühen, erfreuen sich jedoch zunehmender Beliebtheit. Entsprechend werden die größten Kaffeemengen auch über den Lebensmittelhandel oder spezialisierte Läden verkauft. Erst auf den hinteren Plätzen folgen verschiedene Kaffeehausketten oder Bäckereien, die „Coffee to go“ anbieten.

Die Beliebtheit von Kaffee ist einfach zu erklären: sein Hauptbestandteil Koffein ist, medizinisch betrachtet, eine Droge, die an bestimmten Rezeptoren im Gehirn ansetzt und so die „Müdemacher“ unseres Körpers blockiert. Außerdem regt Koffein die Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol an. Zwei Stresshormone also, die unseren Körper in Alarmbereitschaft versetzen und uns dadurch kurzfristig leistungsfähiger machen.

Ob Kaffee gut oder schlecht für unsere Gesundheit ist, uns wach macht oder schadet, hängt größtenteils von der Dosis ab, dennoch ranken sich zahlreiche Mythen um das Heißgetränk. Eine Einzeldosis von 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht gilt als unbedenklich, bei einem 60 Kilogramm schweren Menschen wären das also 180 mg Koffein – wohlgemerkt pro Portion. Tatsächlich enthält eine Tasse, je nach Stärke, nur etwa 30 bis 90 mg Koffein. Für Schwangere und stillende Frauen gilt, dass mehr als 200 mg Koffein pro Tag sich negativ auf das Kind auswirken können. Daher wird hier dazu geraten, den Kaffeekonsum einzuschränken.

Für alle anderen lässt sich nicht so genau sagen, welche Menge Kaffee zu viel ist, drei bis vier Tassen täglich werden aber noch als „normaler Konsum“ eingestuft.

Ob schon eine Tasse mehr zu viel ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa der Genetik und auch der Gewöhnung. Übertreibt man mit dem Kaffeetrinken, kann die Überdosis Koffein zu Herzrasen, Nervosität oder Angstzuständen führen, weil die Alarmsysteme des Körpers zu stark angeregt werden. Genau diese Alarmbereitschaft des Körpers kann auch das Einschlafen erschweren, wenn wir abends noch ein Tässchen trinken. Die Bitterstoffe im Kaffee können in größeren Mengen die Magenschleimhaut reizen. Und wer dauerhaft mit dem Kaffeekonsum übertreibt, kann sogar an Bluthochdruck erkranken.

Eine Behauptung über Kaffee, die sich immer noch hartnäckig hält, ist allerdings widerlegt: die des Flüssigkeitsentzugs. Ging man früher davon aus, dass das schwarze Heißgetränk den Körper austrocknet und man immer ein Glas Wasser dazu trinken sollte, weiß man seit etlichen Jahren, dass Kaffee in die Flüssigkeitsbilanz das Tages mit einzuberechnen ist.

Neben einem Beitrag zu unserem Flüssigkeitshaushalt hat Kaffee aber durchaus noch andere positive Wirkungen auf unsere Gesundheit. Eine aktuelle Studie aus Portugal ergab zum Beispiel, dass Kaffeetrinker auch eine vermehrte Gehirnaktivität aufweisen und Aufgaben besser lösen konnten. Diese Wirkung von Kaffee könnte im Alter auch vor Gedächtnisverlust und Alzheimer schützen, so die Forscher.

Wissenschaftler hatten bereits 2020 herausgefunden, dass Kaffeekonsum über die Aktivierung des Stoffwechsels, auch die Fettverbrennung ankurbeln kann. Außerdem scheinen Kaffeetrinker länger zu leben als jene, die dem schwarzen Gebräu ablehnend gegenüberstehen. Ob das freilich am Kaffee oder an anderen Faktoren liegt, wurde in der Studie nicht untersucht.

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Kaffee kann nicht nur für unseren Körper gut oder schlecht sein, sondern auch für unsere Umwelt und die Menschen, die ihn produzieren. Kaffeepflanzen gedeihen nicht überall, sondern nur in bestimmten Regionen unseres Planeten. Etwa in Südamerika oder Afrika. Oft sind die dunkelbraunen Bohnen eines der wichtigsten Exportgüter des Landes. Da Deutschland eines der größten Kaffeeimportländer weltweit ist, haben wir es mit unseren Kaufentscheidungen zumindest teilweise in der Hand, wie die Basis für unser beliebtestes Heißgetränk erzeugt wird.

Um die langen Transportwege kommen wir nicht herum, doch Anbaumethoden und Handel können wir beeinflussen, indem wir auf Bio- und Fairtrade-Siegel setzen. Konventioneller Kaffeeanbau erfolgt meist in großen Monokulturen unter viel Pestizideinsatz und mit schlechten Bedingungen für die Menschen, die dort arbeiten. Miese Bezahlung, kaum Schutzkleidung und lange Arbeitszeiten sind an der Tagesordnung. Und das gilt unabhängig davon, ob es sich um billigen Kaffee vom Discounter oder hochpreisige Edelsorten handelt.

Fairtrade-Siegel versuchen diese Missstände zu beheben und fairen Handel mit Kaffee auf dem Weltmarkt zu etablieren. Zwar kommt der höhere Preis nicht direkt bei den Kaffeebauern an, doch Fairtrade-Standards sorgen für bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. In vielen Fällen sind Fairtrade-Produkte auch Bio, das verringert den Pestizideinsatz und ist somit auch besser für die Umwelt und unsere Gesundheit. Fairtrade und Bio-Kaffee gibt es in vielen verschiedenen Varianten, sodass garantiert für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei ist.

Noch einen Punkt gilt es zu berücksichtigen, um zu entscheiden, ob es sich um guten oder schlechten Kaffee handelt – die Art der Zubereitung. Für das Heißgetränk braucht es einerseits Strom, um das Wasser zu erhitzen, andererseits die Entsorgung des „benutzten“ Kaffeepulvers. Größter Umweltsünder sind hier die (teuren) Maschinen mit Kapseln aus Aluminium. Etwas besser sieht es bei Vollautomaten und Kaffeemaschinen mit Pad-System aus, in beiden Fällen ist der Kaffeesatz ein Fall für den Biomüll oder Kompost. Die umweltschonendere Art, Kaffee zu kochen, ist ganz klassisch mit Filter oder French Press. Keine störenden Hüllen um den Kaffee und der Koffeingehalt des Gebräus ist frei wählbar. In einen Thermobecher gefüllt, bleiben auch größere Mengen länger warm.

Ob Kaffee gut oder schlecht ist, entscheidet neben der Menge und dem „Was“ auch das „Wie“. Oft kippen wir Portion Koffein nur hastig hinunter und nehmen uns so die Chance auf echten Genuss und das, was die Deutschen mit Kaffee verbinden: eine kleine Pause oder den guten Start in den Tag. Mit unseren Tipps kannst du jede Tasse genießen:

In der richtigen Dosis wirkt sich Kaffee positiv auf unsere Gesundheit aus und kann uns helfen, schwungvoll in den Tag zu starten oder eine Auszeit von der Hektik des Alltags zu finden. Für Genuss ohne Reue solltest du jedoch darauf achten, dass die Bohnen nachhaltig angebaut und fair gehandelt wurden. Denn nur dann ist in deiner Tasse wirklich guter Kaffee!

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Schlagwörter: Gesundheit & Gesellschaft Gesundheit und Zukunft