Inhalt hinzufügen

2022-05-14 22:08:15 By : Mr. hu xiao

(as). Nicht nur die Preise für Strom und Gas sind dieses Jahr gewaltig gestiegen. Auch die Discounter und Supermärkte haben die Preise angezogen. Kaffee, Nudeln, Gemüse und Co. werden immer teurer. Hinzu kommen Knappheiten und Rationierungen, zum Beispiel beim Sonnenblumenöl.

Gleichzeitig werden immer mehr Nahrungsmittel unverbraucht entsorgt. Alle Lebensmittel, die von Anfang des Jahres bis zum 2. Mai produziert werden, landen statistisch gesehen im Abfall. Auch in privaten Haushalten entsteht ein großer Teil der Lebensmittelabfälle: Etwa 85 kg Lebensmittel und Getränke werden pro Person und Jahr entsorgt. Darauf weist der Tag der Lebensmittelverschwendung am 2. Mai hin. Gerade angesichts der steigenden Kosten für Lebensmittel müssen wir uns fragen, ob wir uns das noch leisten können und wollen. Denn viele Nahrungsmittel lassen sich retten und sind auch genießbar, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist.

„Sehen, riechen, schmecken“ – wer diese Faustregel bei Quark, Linsen oder anderen abgelaufenen Leckereien anwendet, merkt schnell, ob sie genießbar sind. Darauf weist das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) hin. Denn: Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zeigt nicht, bis wann ein Produkt verzehrt werden darf. Bis zum Ablauf des Datums garantiert der Hersteller lediglich, dass Eigenschaften wie Farbe, Konsistenz oder Geschmack des Produkts unverändert sind. „Doch auch danach schmeckt das Lebensmittel oft noch einwandfrei“, sagt Annika Gaurig, Leiterin des ZEHN.

Wie lange ein Lebensmittel nach Ablauf des MHD noch essbar ist, unterscheidet sich je nach Produkt. Konserven und trockene Produkte wie Nudeln oder Reis halten sich oft jahrelang. Nicht alle Lebensmittel müssen ein Mindesthaltbarkeitsdatum tragen. Unter anderem sind frisches Obst und Gemüse, Zucker oder Essig von der Kennzeichnungspflicht befreit.

Im Gegensatz zum MHD tragen sehr leicht verderbliche Lebensmittel wie Hackfleisch, Vorzugsmilch, Geflügel oder Sushi ein Verbrauchsdatum. Nach diesem Datum sollten sie aufgrund von möglicher Keimbelastung nicht mehr verzehrt werden. Laut ZEHN geben unsere Sinne eine zuverlässigere Auskunft über den Zustand eines Lebensmittels als das MHD. Denn auch schon vor Ablauf des MHD können Nahrungsmittel verdorben sein. Verdorbene, faulige oder verschimmelte Lebensmittel müssen grundsätzlich entsorgt werden. Mehr Infos gibt es beim ZEHN unterwww.zehn-niedersachsen.de. Ungeöffnete Produkte sind oft länger haltbar als im MHD angegeben. Laut ZEHN kann man sich dabei am MHD orientieren. Dauert es beim Kauf bis zum Ablauf des MHD nur wenige Tage oder Wochen, sollte das Produkt möglichst schnell verzehrt werden. Liegt das MHD beim Kauf mehrere Monate entfernt, hat man mehr Zeit.

Wie halten Sie es, liebe Leserinnen und Leser - landen bei Ihnen regelmäßig Nahrungsmittel im Müll oder wird bei Ihnen das Essen bis zum letzten Krümel verwertet? Was machen Sie, um Lebensmittel zu retten? Schreiben Sie uns per E-Mail an red-buch@kreiszeitung.net, Stichwort "Lebensmittel". Namen und Wohnort nicht vergessen! 

Produkte länger haltbar als MHD Nudeln, Reis, Kaffee etc.: Mehr als ein Jahr nach Ablaufen des MHD Süßwaren, Getränke etc.: mehrere Monate Hartkäse, Joghurt, Eier, Nüsse etc.: einige Wochen Milch, Wurst, Schinken etc.: einige Tage. 

Obst und Gemüse nicht wegschmeißen Der Apfel hat eine Stelle, die Banane ist schon ganz braun oder die Tomaten sind matschig? Obst und Gemüse muss nicht weggeworfen werden, bloß weil es nicht mehr knackfrisch ist. Tipp für den Sommer: Braune Bananen lassen sich super zu einer gesunden Eiscreme verarbeiten. Für die "Nice Cream" eine braune Banane schälen, in Scheiben schneiden, für mindestens zwei Stunden einfrieren. Gefrorene Banane im Mixer mixen, bis eine Creme entsteht. Zwischendurch mit einem Spatel auflockern. Je nach Geschmack kann das Eis im Mixer mit Blau- oder Erdbeeren, einem Esslöffel Erdnussbutter, Schokoladensplittern etc. aufgepeppt werden. Aus matschigen Tomaten kann man z.B. eine Tomatensoße herstellen: Die Tomaten mit Knoblauch, Salz und Olivenöl einkochen lassen. Fertig ist eine tolle Grundlage für Nudelsoßen oder Currys, die sich gekühlt im Schraubglas einige Wochen hält. Ein Apfel kann noch zu Apfelmus gerettet werden: Apfel schälen, kleinschneiden und mit etwas Wasser, Zitronensaft und Vanillezucker einkochen - fertig. Tolle Tipps, wie man Lebensmittel retten und Reste verwerten kann, gibt u.a. die Buchholzerin Alexandra Miemczyk auf ihrem Instagram-Kanal lebe_lieber_unverpackt. 

Trend Regrowing Ein Trend in den sozialen Medien ist das sogenannte Regrowing, das nachwachsen von Gemüseresten. Salat, Poree oder Lauchzwiebeln treiben wieder aus, wenn man sie in ein Glas Wasser stellt. Dazu das Gemüse etwa zwei Zentimeter über der Wurzel abschneiden und den Strunk mit Wurzel in ein mit Wasser gefülltes Glas an einen warmen und hellen Platz, z.B. eine Fensterbank, stellen. Das Wasser sollte mindestens alle drei Tage gewechselt werden. Nach einigen Tagen wächst das Gemüse. Die Ausbeute ist allerdings eher gering.

Verwenden statt verschwenden Es gibt einige Organisationen, die sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln engagieren: Die Tafel: Die Tafel ist eine gemeinnützige Hilfsorganisation. Sie rettet überschüssige, qualitativ einwandfreie Lebensmittel, zum Beispiel vom Supermarkt, und verteilt diese an Menschen, die in Not sind. • www.tafel.de Foodsharing: Die 2012 entstandene Initiative Foodsharing rettet ebenfalls überproduzierte und nicht gewollte Lebensmittel vor der Tonne und verteilt sie unentgeltlich an Interessierte. • https://foodsharing.de To Good To Go: Die App verbindet ihre Nutzer und Nutzerinnen mit Betrieben, die überschüssige Lebensmittel haben, damit das Essen dort landet, wo es hingehört: Auf dem Teller. Die Nutzer erhalten köstliches Essen zu einem super Preis. • https://toogoodtogo.de

Melden Sie sich an, um diesen Inhalt mit «Gefällt mir» zu markieren.

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.