Chemiepark Knapsack wächst und untermauert Stellung als wichtigster Arbeitgeber der Region

2022-05-29 02:20:35 By : Mr. Tom Zhang

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Die Entwicklung im Chemiepark Knapsack im Jahr 2018 und im ersten Quartal 2019 kann sich sehen lassen. Neue namhafte Unternehmen wie BASF, zahlreiche Investitionsprojekte der Standortunternehmen und nicht zuletzt die bevorstehende Süderweiterung des Chemieparks untermauern die Zukunftspläne des Betreibers.

Hürth – Die Voraussetzungen für ein weiteres Wachstum sind hervorragend, denn tatsächlich kann der Chemiepark Knapsack mit diversen Zukunftsprojekten und Neuansiedelungen punkten. Aktuell besonders im Fokus: Die geplante Chemiepark-Süderweiterung. 2018 wurden hier die entscheidenden Weichen gestellt. Das Bebauungsplanverfahren ist mittlerweile nahezu abgeschlossen. Im Frühsommer wird eine finale Entscheidung erwartet. Die geplante Süderweiterung nimmt also Gestalt an.

Eine nicht minder große Bedeutung hat für den Chemiepark Knapsack das Zukunftsprojekt „Dampfversorgung 2021“. Hier hat Infraserv Knapsack mit den Energieunternehmen EEW Energy from Waste (EEW) und RWE Power bereits 2017 neue Energielieferverträge geschlossen und damit die Versorgung der ansässigen Industrieunternehmen langfristig gesichert. Ab 2021 wird das von EEW betriebene Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBKW) den Chemiepark mit Prozessdampf aus der thermischen Abfallverwertung versorgen. Neben Umwelt-Aspekten spielt auch das Thema Standortsicherung bei der Vereinbarung eine Rolle. Inzwischen erfolgte der Startschuss für die Arbeiten an den benötigten neuen Rohrleitungen im Rahmen dieses Debottlenecking-Projekts, das die nachhaltige Prozessdampfversorgung des Chemieparks auch in Zukunft sichern soll. Bis Ende Mai 2019 wird die erste Phase der sogenannten Einbindearbeiten umgesetzt sein.

Auch regelmäßige Investitionen der Standortfirmen in Produktionsanlagen sorgen in Knapsack für eine florierende Entwicklung. Im Hürther Teil des Chemieparks erweitert Lyondell Basell die Produktion zur Herstellung von Spezialitäten-Kunststoffen um eine weitere Produktionslinie. Der Standort in Knapsack ist nach der Inbetriebnahme der neuen Anlage im ersten Quartal 2019 der größte Produktionsstandort für Polypropylen Compounds in ganz Europa. Der Standort in Knapsack profitiert dabei von der Vorgabe der Europäischen Kommission an die Hersteller, den CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeugmodelle innerhalb der nächsten Jahre deutlich zu senken. Während an einer Vielzahl von Lösungen getüftelt wird, liegt eine Möglichkeit sofort auf der Hand: Leichte Autos verbrauchen weniger Kraftstoff – und emittieren somit weniger CO2. Und da kommt Chemie, da kommt Kunststoff ins Spiel. Immer neue, nach Kundenwunsch hergestellte Unikate erfüllen die strengen Produkteigenschaften der Automobilhersteller und sind dabei eine leichte Alternative. Heute finden sie in zunehmendem Maße Einsatz im Automobilaußen- und -innenbereich, zum Beispiel in Instrumententafeln, Seitenverkleidungen, Luftfiltergehäusen und Stoßfängern.

Ein ebenfalls ambitioniertes Investitionsprojekt war im vergangenen Jahr auch die Fertigstellung der PSM-5-Anlage von Bayer. Größte Herausforderung in dem mehrjährigen Projekt: In 1,5 Millionen Arbeitsstunden mit täglich bis zu 400 zusätzlichen Handwerkern galt es, etliche kleine und große Anlagenteile zu installieren. Bei mechanischen und elektrischen Tests wurden seit Sommer 2017 insgesamt 4.600 Messstellen, 40 Kilometer Rohrleitungen und 600 Apparate beziehungsweise Maschinen auf Herz und Nieren geprüft.

Im Zuge ihrer erfolgreichen Inbetriebnahme wurde die Anlage nun Ende 2018 an BASF übergeben und ruft damit einen weiteren ambitionierten Markt-Player in Knapsack auf den Plan. Denn die BASF Agricultural Solutions GmbH hat 2018 Teile der Pflanzenschutzmittelproduktion von der Bayer AG übernommen. Das Segment Agricultural Solutions der BASF bietet innovative Lösungen in den Bereichen Saatgut und Pflanzeneigenschaften, chemischer und biologischer Pflanzenschutz, Bodenmanagement, Pflanzengesundheit, Schädlingsbekämpfung und digitaler Landwirtschaft.

Infraserv Knapsack steigert im Jubiläumsjahr erneut seinen Umsatz

Der bislang größte oberirdische Behälter der Abwassergesellschaft Knapsack (AGK), ein sogenannter Pufferbehälter, wird im April 2019 fertiggestellt und verbessert die Verfügbarkeit der Abwasseranlagen und dient der Anpassung an die gewachsene Produktion am Standort. Unter Beteiligung der Standortunternehmen kann die AGK hier mehr als eine Millionen Euro in die Verbesserung der Abwasseranlage investieren. Mit einer Höhe von 18 Metern und einem Durchmesser von über zwölf Metern ungefähr so groß wie ein 6-stöckiges Haus, können im Pufferbehälter bis zu zwei Millionen Liter Flüssigkeit zwischengespeichert werden.

Der AGK stehen mit dem neuen Pufferbehälter und den bereits vorhandenen zwei Speicherbecken zukünftig mehr Möglichkeiten zur Verfügung, Regenwasser und Abwasser aus Produktionsspitzen zu puffern. Diese signifikante Investition unterstützt so die Flexibilität z.B. der Produktion der Bayer AG und ist ein klares Bekenntnis der Unternehmen für den Standort Knapsack!

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Bauliche Maßnahmen und entsprechende Investitionen plant auch die CABB, die ihr Tanklager deutlich erweitern und dabei ein Gelände nutzen wird, auf dem früher die Analytik der Infraserv Knapsack zu Hause war. Nach deren Abriss ist nun Platz für Neues.

Neu ist im Chemiepark seit dem 28. März 2018 auch der Name Perimeter Solutions. Seither gehört die Phosphorpentasulfid-(P2S5)-Produktionsstätte in Knapsack nicht mehr zu ICL. Gemeinsam mit anderen Standorten weltweit, die Produkte für den Brandschutz und Öl-Additive produziert und vertrieben haben, ging der Betrieb an den neuen Eigentümer SK Capital, USA, über. Beide Geschäftsbereiche firmieren nun als Perimeter Solutions.

Um konstruktiven Austausch geht es auch beim Thema Kommunikation im Ereignisfall. Gut, dass es hier recht selten Anlass gibt, aber im Ernstfall muss alles zur Gefahrenabwehr getan und offen und klar mit den Nachbarn kommuniziert werden. Damit Sicherheit und Kommunikation nicht nur im Chemiepark Knapsack, sondern im gesamten Rheinland gewährleistet ist, haben die Brancheninitiative ChemCologne und ihre Mitgliedsunternehmen wichtige Weichenstellungen vorgenommen, um die Chemieunternehmen der Region mit einheitlichen Sicherheitsvorstellungen und Kommunikationsstrategien noch besser auf solche Situationen vorzubereiten. Weiterführende Gespräche unter anderem mit der Berufsfeuerwehr Köln und Vertretern der Kommunen bringen das ehrgeizige Projekt weiter voran. Es versteht sich von selbst, dass der Chemiepark Knapsack hier an vorderster Stelle mit dabei ist und hierzu im intensiven Dialog mit dem Hürther Bürgermeister Dirk Breuer steht.

Eine Bestätigung für die guten Sicherheitsstandards im Chemiepark Knapsack ist auch der Clariant Platinum Safety Award, den das Unternehmen im September 2018 am Standort Knapsack gegen 160 unternehmensinterne Mitbewerber aus der ganzen Welt erringen konnte. Der Clariant Platinum Safety Award wird jährlich an einen einzigen Standort vergeben und im Folgejahr an den nächsten Gewinner als „Wandertrophäe“ weitergereicht. Knapsack ist der erste deutsche Clariant Standort, der für seine überdurchschnittlichen Anstrengungen in der Sicherheit ausgezeichnet wird. Der Fokus liegt auf den Themenbereichen Sicherheitsmanagement, Engagement der Führungskräfte, Einbeziehung der Mitarbeiter und Sicherheitskultur.

Im Rahmen des Sicherheitsmanagements führen die Sicherheitsingenieure am Standort regelmäßig umfangreiche Gefährdungsbeurteilungen und Prozessrisikoanalysen durch, um hieraus Maßnahmen abzuleiten und umzusetzen. In monatlichen Meetings von Clariant Führungskräften aller Ebenen wird die aktuelle Sicherheitsarbeit reflektiert und über Aktionen stetig verbessert. So wurde unter anderem ein Sicherheitskultur-Handbuch für Führungskräfte und sogar eine Sicherheitskulturkarte in Hemdtaschenformat für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt mit konkreten Verhaltensmaßnahmen, die jeder, der am Standort arbeitet, verinnerlicht hat. Die vorbildliche Sicherheitsarbeit bei Clariant ist ein Spiegelbild für alle Standortunternehmen in Knapsack.

Für die positive Entwicklung und den Erfolg des Chemieparks stehen seine rund 2.400 qualifizierten und engagierten Mitarbeiter, davon 150 Auszubildende. So hat zum Beispiel Chemiepark-Betreiber InfraServ Knapsack seine Belegschaft von aktuell 1.100 Mitarbeiter in den vergangenen Jahren stetig verstärkt und die Zahl der Ausbildungsstellen (derzeit 90 Auszubildende) sowie insgesamt das Engagement für den Nachwuchs deutlich erhöht. Dieses konsequente und kontinuierliche Vorgehen trägt entsprechende Früchte, wie Thomas Sengelmann, Leiter Personal bei InfraServ Knapsack, resümiert: „Wir erreichen seit Jahren regelmäßig sehr gute Bewertungen als Arbeitgeber bei internen und externen Befragungen. Diese positive Sicht unserer Angestellten ist ein wichtiger Baustein für einen nachhaltigen, unternehmerischen Erfolg.“ Eine Philosophie, die stellvertretend für den gesamten Chemiepark Knapsack steht.

In einem insgesamt schärfer werdenden Wettbewerb gilt es auch zukünftig engagierte Fachkräfte, aber auch junge Menschen auf der Suche nach dem geeigneten Ausbildungsplatz für den Chemiepark Knapsack zu begeistern. Die Standortunternehmen förderten daher auch 2018 die Schulen in der Region und vergaben regelmäßig Stipendien und Praktika. Wie beispielsweise Vinnolit, die an ihren Standorten in Hürth-Knapsack und Köln-Merkenich mit Schulen in der Region zusammenarbeitet, um das Interesse an Naturwissenschaften zu fördern und frühzeitig Kontakte zu möglichen Nachwuchskräften zu knüpfen.

Erfolgreiches Jahr für Chemiepark-Betreiber: Infraserv Höchst knackt die Milliarde

Eine Vorreiter-Rolle in Sachen Nachwuchsförderung und Ausbildung hat auch die Rhein-Erft Akademie. Das große Interesse an Ausbildungsplätzen an der Rhein-Erft Akademie führt zu einem „Wachstum auf der ganzen Linie“: Räumlich, personell und in Form eines erweiterten Angebots. Das Team der Weiterbildung hatte bereits im Frühjahr 2018 neue Räumlichkeiten bezogen. Die meisten Weiterbildungsangebote wie Kurse, Seminare, Fortbildungen etc. finden seither in Hürth Hermülheim statt. Gleichzeitig kommt der frei gewordene Raum im Chemiepark Knapsack dem Bereich Ausbildung zugute. Hier wurden unter anderem Multifunktionsräume geschaffen, die eine perfekte Umgebung für eine projektorientierte Ausbildung bieten.

Vom äußerst positiven Entwicklungsstand des Chemieparks konnten sich auch die Nachbarn zur erfolgreichen Jubiläumsfeier „111 Jahre Knapsack“ und dem Tag der offenen Tür der Chemie am 22. September 2018 überzeugen. An diesem Tag strömten mehr als 4.000 Besucher an und auf das Werksgelände. Die Veranstaltung diente als fruchtbarer Boden einerseits für den Austausch zwischen Besuchern und „Offiziellen“ des Chemieparks und andererseits für den Dialog zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Standortfirmen. Letzteren kam ohnehin eine wichtige Rolle zu, nicht zuletzt, weil die Besichtigungsrundfahrten in diesem Jahr nicht durch professionelle Guides durchgeführt wurden – vielmehr zeigten Mitarbeiter der Standortunternehmen den Besuchern „ihren“ Chemiepark Knapsack.

Gewissermaßen als Standort-Repräsentanten fungierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei auch im Hinblick auf das Thema „attraktiver Arbeitsplatz“ – ob Feuerwehrmann bei der Werksfeuerwehr, Chemikant, Laborant oder andere Berufe: zahlreiche Vertreter der Standortunternehmen, erkennbar an speziellen Aufklebern, brachten den Besuchern im persönlichen Gespräch „ihren“ Job näher und gingen aktiv auf potenzielle Auszubildende und neue Mitarbeiter zu. Präsentiert wurde auch eine Vielzahl von Jobs und Ausbildungsberufen, die Außenstehende im Vorfeld vielleicht nicht unbedingt mit einem Chemiepark in Verbindung gebracht hätten: beispielsweise in der Gastronomie, der Informationstechnologie (IT) oder im Kfz-Bereich.

Für den weiteren Verlauf des Jahres 2019, aber auch für die mittel- und langfristige Zukunft des Chemieparks Knapsack, bleibt Dr. Clemens Mittelviefhaus mehr als zuversichtlich: „Die Zukunftssicherheit des Standorts ist in den vergangenen 15 Monaten noch einmal deutlich untermauert worden. Wir werden diese positive Entwicklung auch in den kommenden Jahren weiter entschlossen vorantreiben.“

Personelle Veränderungen bei Lanxess, Infraserv Höchst, Dow & Co.

Chemiepark Knapsack wächst weiter

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